Konstruktiver Umgang mit Konflikten, ein Muss im pädagogischen Alltag?

Durch meine Arbeit mit Pädagogen im Fortbildungsbereich erfahre ich immer wieder die Hilflosigkeit von ihnen in Konfliktsituationen. Ob diese Situationen innerhalb des Teams sind, in der Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber, im Elterngespräch oder mit den Kindern. An mich werden Fragen heran getragen:

Ein konfliktfähiger Mensch kann seine Bedürfnisse artikulieren in dem Bewußtsein, dies ist meine Wahrnehmung, meine Sicht der Dinge. So wie ich mit meinem Standpunkt geachtet und wahrgenommen werden möchte, so gehe ich auch mit der Meinung der anderen um. Konflikte sind sein Signal, dass irgend etwas in einer Beziehung nicht stimmt und nach Veränderung drängt. In Konflikten liegt die Chance zur Weiterentwicklung von menschlichen Beziehungen. Wir müssen lernen zwischen Ursachen und Bedürfnissen zu unterscheiden und gemeinsam nach Lösungen suchen. Dieser Ansatz ist eine Mischung aus den Ansätzen von Roger und Gordon und Mediation.

Je kreativer ein Mensch ist, je mehr Handlungsspielräume er besitzt, je mehr er um seine Fähigkeiten, Qualitäten und Stärken weiß, desto authentischer wird er von seinem Gegenüber erlebt. Ein authentischer Mensch wird in seiner Art eher angenommen und als glaubwürdig eingestuft.

Die einzelnen Bausteine einer Weiterbildung sollten folgende sein:

Die Pädagogen werden in ihrer Rolle als neutraler Beobachter geschult. Sie lernen Fremd- und Selbsteinschätzung zu überprüfen und zu hinterfragen, in dem sie lernen in die "Haut" des Anderen zu schlüpfen.

Eine wichtige Voraussetzung um einen konstruktiven Umgang mit Konflikten zu erlernen, ist das Analysieren der Konfliktursachen. Bin ich in der Lage die Konfliktursache zu ergründen, kann ich Überlegungen anstellen, wie ich diese beseitige:

Grundlage für Mediation ist das Verständnis, dass jeder Mensch seine subjektive Wahrnehmung und somit auch seine eigene Wahrheit hat. Keiner hat das Recht daran zu zweifeln oder dies in Frage zu stellen. Möchte ich andere Menschen verstehen, muss ich in erster Linie mich selbst verstehen und begreifen. Sehe ich in einem Konflikt ein Signal für Unstimmigkeiten auf einer bestimmten Beziehungs- ebene, so kann ich durch eine Auseinandersetzung Interessen neu ausloten und Beziehungen positiv verändern. Ein Leben ohne Konflikte wäre wie eine Suppe ohne Salz.

Wichtigste Fähigkeiten für einen positiven Umgang mit Konflikten, sind:

Der Schwerpunkt der Weiterbildung ist nicht, aus Pädagogen Mediatoren zu machen, sondern ihnen ein Handwerkzeug mit zugeben, was sie befähigt, Konflikte als Chance zur Veränderung zu sehen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle des Pädagogen als Berater gegenüber den Eltern, gerade in der heutigen Zeit. Aber welches sind die Bedingungen, damit ein Elterngespräch den gewünschten Verlauf nimmt.

Wo klassische Familienstrukturen sich immer mehr auflösen und somit Rollenunsicherheit und –konflikte, Identitätskrisen vorprogrammiert sind und Flucht und Rückzug in Innerlichkeit und Scheinwelten erfolgen, brauchen Eltern die Pädagogen als Partner und Berater, denn Kinder und Jugendliche, die von dem Familienwandel betroffen sind, wachsen sonst ohne klare Vorgaben und Bindungen auf. Aber "Berater" bedeutet nicht Lösungen und Wege aufzeichnen, die die Betroffenen annehmen sollen, sondern, wie in der Mediation soll der Pädagoge mit den Betroffenen Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Jede Situation verlangt ein anderes Rollenverhalten, aber die selbe Grundeinstellung zu meinem Gegenüber: "Ich bin okay, du bist okay." Hier ist es wichtig seine eigenen Fähigkeiten auszuloten und seine eigenen Grenzen zu entdecken.


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